Das schlimmste Handeln ist das Unterlassen – und es stimmt: Wer zu lange zögert, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren.

von Uwe Bergmann

Uwe Bergmann

Digitalisierung und digitale Transformation sind keine Trends mehr, sondern für alle, die den Zug in die digitale Zukunft nicht verpassen wollen, Aufgabenstellungen für die nähere Zukunft. Cloud, IoT und künstliche Intelligenz (KI) kommen auf alle Unternehmen zu und fordern ihre strategische und technologische Anpassung an die neuen Gegebenheiten. Spürte man im vergangenen Jahr noch, wie sich viele Unternehmen mit der Digitalisierung und Komponenten wie der künstlichen Intelligenz beschäftigten, sollten in diesem Jahr die ersten Unternehmen echte Projekte durchführen und mit ihnen auch in den Live-Betrieb gehen. Das geschah bisher – speziell im Mittelstand – viel zu wenig. Denn damit ist der Mittelstand gerade in Deutschland ein bisschen zögerlich und superkritisch.

In anderen Ländern fördert man neue Technologien viel strategischer. Es gibt ein chinesisches Krankenhaus, das die kompletten Diagnosen digital stellt, indem 200 der besten Mediziner aus China einen Algorithmus und eine Datenbank mit über 200 Millionen Krankenakten füllten. Und diese Technologie wird konstant weiterentwickelt Richtung digitales Krankenhaus. In Deutschland gibt es für solche technologischen Entwicklungen keine Lobby. Man hat hier überhaupt nicht das Gefühl, dass jemand so etwas wie Technologie- oder Marktführer werden will.

Es gibt viele andere Beispiele. Heute kann man eine Solaranlage über eine Online-Plattform mieten. Diese Anlage wird komplett installiert ohne Kosten für den Hausbesitzer. Der Lieferant schaut über Google Maps das Haus an, lässt sich zwei Bilder vom Gebäude schicken und erstellt anschließend eine komplette Simulation über das spätere Aussehen. In einem Online-Meeting wird alles detailliert erklärt und die monatliche Rate so berechnet, dass sie etwa der Stromersparnis entspricht.

„Im Mittelstand hat man oft das Gefühl, dass zuerst nach Problemen gesucht wird, die dann auch noch groß geredet werden. Beispiel Cloud und der Sicherheitsaspekt. Die Deutsche Bahn geht aus Sicherheitsgründen in die Cloud. Der deutsche Mittelstand denkt aber immer noch, er könnte das selbst in den Griff bekommen.“

Unsere traditionellen Handwerksbetriebe müssen dagegen erst einmal vor Ort ein Aufmaß machen und ein Angebot erstellen, in dem alle möglichen Unwägbarkeiten berücksichtigt sind oder auch nicht. Diese Mittelständler werden irgendwann von digitalisierten Unternehmen einfach überrollt. Denn bietet jemand ein besseres, moderneres Produkt und vertreibt es durch eine einfache digitale Abwicklung, wird die Entscheidung schnell auf diesen Anbieter fallen.

Der Weg zur Digitalisierungsplattform

Inzwischen spielen zudem neue Technologien wie die künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle. Die KI muss sofort einen Nutzen bringen. Wie und was auch immer, hinterher muss es besser laufen als vorher. Und wie das funktioniert, ist den Anwendern meist egal. Die ersten Leute, die telefoniert haben, die ersten Leute, die ferngesehen haben, wussten wahrscheinlich auch nicht, was da passiert. Aber das Ergebnis hat gestimmt. Also wenn wir jetzt eine Optimierung mit einer KI vornehmen, dann ist dabei schon das Ziel, dass die KI das besser kann als eine Programmierung.

„Der Anteil der wirklichen Anpassungsprogrammierung wird aus heutiger Sicht zurückgehen und durch die individuelle Nutzung von Cloud-Services und Apps auf einer einheitlichen Datenplattform ersetzt werden. So hat zwar jeder Kunde ein individuelles System, das aber in erster Linie aus Standardlösungen besteht.“

Wenn ich aber über eine ganzheitliche Digitalisierung nachdenke und nicht nur über einzelne Bereiche, ist es viel sinnvoller, sich zu überlegen, wie die gesamte Architektur einmal aussehen soll. Denn man setzt unter Umständen eine Menge Tools und Funktionen oder Apps ein, die nicht unbedingt optimal miteinander arbeiten. Das ist dann nicht mehr ein integriertes System, sondern eine zu orchestrierende Plattform. Die Entscheidung für eine passende Digitalisierungsplattform erscheint daher fundamental. Das muss keineswegs immer Microsoft sein, aber Microsoft ist heute sicher der führende und am breitesten aufgestellte Anbieter der Welt.

Aber wie soll der Mittelständler, meist auch noch ohne eigene IT-Abteilung, die Sache angehen? Der Mittelstand agiert häufig weniger chancenorientiert als vielmehr problemorientiert. Hier wollen wir durch kompetente Beratung Ängste nehmen und Chancen aufzeigen. Genau dafür hat Cosmo Consult unter anderem den Digital Maturity Check entwickelt, ein Werkzeug zur digitalen Standortbestimmung, das feststellt, wo ein Unternehmen – auch im Vergleich zu anderen Unternehmen seiner Branche – heute steht. Im nächsten Schritt entwickelt man dann gemeinsam eine digitale Vision und definiert und beschreibt Ziele. Um diese Punkte zu verbinden und von der Ist-Situation zum Ziel zu gelangen, wird eine digitale Roadmap erarbeitet. Step by Step.

Können deutsche Unternehmen digital? Oder gilt auch hier: Bedenken first?

Während ein Unternehmen vielleicht tatsächlich nur eine ERP- oder Produktionsoptimierung braucht, stehen bei einem anderen zunächst Themen wie CRM, Modern Workplace oder Kollaboration im Vordergrund. Aber die Standortbestimmung, erst mal zu sagen, wo verdienen wir unser Geld, wo können wir die größten Hebeleffekte erzielen, und dabei stets den Gedanken, wie es am Ende aussehen soll, im Kopf zu behalten, stellt die ideale Basis für das Erreichen aller Digitalisierungsziele dar.

Mehr Freiheit, mehr Flexibilität

Im Mittelstand hat man oft das Gefühl, dass zuerst nach Problemen gesucht wird, die dann auch noch groß geredet werden. Beispiel Cloud und der Sicherheitsaspekt. Die Deutsche Bahn geht aus Sicherheitsgründen in die Cloud. Der deutsche Mittelstand denkt aber immer noch, er könnte das selbst in den Griff bekommen. Und es gibt weitere Aspekte, die für die Cloud sprechen. Arbeitet man mit und in der Cloud, spart man die Hardware, den Raum, die Belüftung und Kühlung, die Absicherung und einiges mehr. Gibt es einen schwankenden Geschäftsverlauf mit saisonalen Spitzen und Pausen, bietet die Cloud den Riesenvorteil, dass man nur die IT-Ressourcen nutzt und zahlen muss, die man auch wirklich verwendet.

Kein Unternehmen muss ständig irgendwelche Maximalkapazitäten vorrätig halten, die vielleicht nur zwei- oder dreimal im Jahr zum Einsatz kommen. Man kann sich IT-Power für einen Tag gönnen, die sonst nur ein Großkonzern hat. Außerdem gibt es viele Angebote und Services, die überhaupt nur in der Cloud zur Verfügung stehen, etwa Cognitive Services und die ganzen Machine-Learning-Anwendungen. Das bedeutet viel mehr Freiheit und Flexibilität für jedes Unternehmen. Man nutzt das Know-how von Tausenden Menschen im eigenen kleinen Unternehmen und erhält so Vorteile, die man sonst nie nutzen könnte.

Kernaussagen

  • Deutsche Mittelständler drohen von digitalisierten Unternehmen mit besseren, moderneren Produkten und einfacheren Abwicklungen überrollt zu werden.

  • Die Entscheidung für eine Digitalisierungsplattform ist fundamental. So kann gewährleistet werden, dass die verschiedenen Tools, Funktionen und Apps kompatibel sind.

  • Mit dem Digital Maturity Check kann der digitale Standort eines Unternehmens im Vergleich zur Branche bestimmt werden.

Und niemand muss befürchten, dass er sein ERP-System nicht seinen firmenspezifischen Erfordernissen anpassen kann. Natürlich kann man auch „Software as a Service“-Systeme an branchen- oder unternehmenstypische Anforderungen anpassen. Cloud-Systeme wie Microsoft Dynamics Business Central oder Finance and Operations lassen sich ohne Weiteres auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden anpassen. Jedoch wird der Anteil der wirklichen Anpassungsprogrammierung aus heutiger Sicht zurückgehen und durch die individuelle Nutzung von Cloud-Services und Apps auf einer einheitlichen Datenplattform ersetzt werden. So hat zwar jeder Kunde ein individuelles System, das aber in erster Linie aus Standardlösungen besteht. Die Orchestrierung dieser Cloud-Lösungen ist dann die eigentliche Herausforderung. Daher ist die Plattformauswahl so wichtig.

Nicht den Anschluss verlieren

Auf so einer Plattform ist ERP für den betriebswirtschaftlichen Kern gedacht. Aber da gibt es auch ein CRM-System, außerdem ist Marketing dabei, Social Listening, dann vielleicht ein BI-System mit ungeheuer vielfältigen Analyse- und Dashboard-Möglichkeiten. Darunter existiert ein Data Warehouse, in das viele weitere Daten einfließen können. Modern Workplace, künstliche Intelligenz und Daten-Management sind weitere Themen. Letztlich geht es darum, die gesamte betriebswirtschaftliche Welt eines Unternehmens abzubilden. Das macht man heute aber nicht mehr mit einer Einzelapplikation, sondern mit vielen Applikationen auf einer Plattform. Die Grundidee „Alles aus einer Hand“ wird damit wieder modern.

Man möchte den deutschen Mittelstand warnen, verlasst euch nicht zu sehr darauf, was ihr in der Vergangenheit erreicht habt. Die Welt wird kleiner und damit die Konkurrenz größer. Und ob man als Mittelständler mit einem monolithischen ERP-System, etlichen Applikationen, vielen Tools immer auf dem Laufenden und konkurrenzfähig bleiben kann, ist äußerst fraglich. Es gibt keine abgeschotteten Monolithen mehr, sondern in die Plattform lassen sich etwa über APIs immer wieder neue Programme integrieren. Das kann man als ganzheitliche Digitalisierung bezeichnen. Cloud, KI und IoT sind Dinge, die auf alle zukommen.

Und wenn man sich einmal ganz nüchtern, unabhängig von uns, von Cosmo Consult, Microsoft im Bereich Technologie und Digitalisierung unseres Planeten anguckt, sind sie eindeutig die Taktgeber. Und im Business gibt es immer nur einen Sieger: Den, der den Auftrag bekommt. Und wir wollen, dass unsere Kunden mit Unterstützung des besten „Materials“ zu den Siegern gehören. //


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